In der Schweng 8, 77731 Willstätt

Schreitbagger am Simonsberg: Effizienter Netzausbau mit moderner Technik

Schreitbagger am Simonsberg: Effizienter Netzausbau mit moderner Technik

Ein hochspezialisierter Schreitbagger spielt die Hauptrolle bei einem beeindruckenden Bauprojekt am Schiltacher Simonsberg: Die oberirdischen Stromleitungen werden durch unterirdische Kabel ersetzt. Diese Maßnahme verbessert nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern schützt auch die Umwelt. Der Standort stellt die Bauarbeiter jedoch vor eine außergewöhnliche Herausforderung. Die steilen Hänge mit einer Neigung von bis zu 65 Prozent erfordern den Einsatz spezieller Maschinen. Hier kommen die innovativen Schreitbagger ins Spiel, die sich flexibel und präzise durch das schwierige Gelände bewegen.

Der Schreitbagger ähnelt auf den ersten Blick einer riesigen Spinne, die sich geschickt über unwegsames Terrain bewegt. Während herkömmliche Baumaschinen an ihre Grenzen stoßen, beweist diese Spezialmaschine ihre Stärke. Dank der flexiblen, individuell verstellbaren Beine kann sie selbst an extremen Steilhängen stabil stehen und sicher arbeiten.

„Das Steuern eines Schreitbaggers ist eine Herausforderung“, erklärt Frank Hettig, Geschäftsführer von Kala-Erdbau aus Willstätt. „Es erfordert Erfahrung und Präzision – vergleichbar mit dem Fliegen eines Helikopters.“ In besonders heiklen Bereichen werden die Maschinen zur zusätzlichen Sicherheit mit Seilwinden an Bäumen gesichert.

Die Verlegung der Stromleitungen unter die Erde ist aus mehreren Gründen sinnvoll. In der Vergangenheit kam es häufig zu Stromausfällen, weil umstürzende Bäume die Freileitungen beschädigten. Besonders betroffen waren Eschen, die durch den aus Asien stammenden Stängelbecherchen-Pilz stark geschwächt wurden. „Die Krankheit greift die Bäume von innen an und lässt sie unkontrolliert umkippen“, erklärt Förster Holger Wöhrle. Für die Instandhaltungsteams bedeutete dies regelmäßige und oft nächtliche Noteinsätze unter schwierigen Bedingungen.

Durch die unterirdische Verlegung der Leitungen gehören diese Probleme bald der Vergangenheit an. Förster Wöhrle begrüßt den Schritt: „Das erleichtert die Waldpflege enorm, da wir keine Rücksicht mehr auf Freileitungen nehmen müssen.“

Nachdem das Gelände vorbereitet wurde, beginnt nun die eigentliche Verlegung der Stromkabel. Aufgrund der extremen Hanglage kommt eine spezielle Methode zum Einsatz: Statt die Kabel klassisch in Sand zu betten, werden sie in ein widerstandsfähiges Schutzvlies gewickelt. Diese Technik stellt sicher, dass die Leitungen auch bei Bodenbewegungen sicher fixiert bleiben.

Die Umstellung von Freileitungen auf Erdkabel bringt zahlreiche Vorteile: Die Stromversorgung wird stabiler, die Landschaft bleibt unberührt, und die Wartungsarbeiten werden vereinfacht. Die Arbeiten am Simonsberg zeigen eindrucksvoll, wie moderne Technik selbst unter schwierigsten Bedingungen nachhaltige Lösungen ermöglicht.

Mit seiner beeindruckenden Wendigkeit und Präzision sorgt der Schreitbagger somit für eine zukunftssichere Infrastruktur und eine effizientere Stromversorgung.

Quelle Artikel

Bild: Paul Wagner